Morris Friebaum

Nachruf zum Tod von Morris Friebaum

 

 

Am 26. Februar erreichte uns  die Nachricht, dass Morris Friebaum kurz vor seinem  91. Geburtstag  gestorben ist.  Er war einer der ca. 800 Häftlinge des KZ-Hessental 1944 – 45.

 

Friebaum lebte mit seiner Familie in Warschau und als die Deutschen 1939 einmarschierten, begann für ihn, den 14 jährigen Jungen, „eine 5 Jahre und  8 Monate währende Hölle“. Er war mit seiner Familie im Ghetto, musste sich  jahrelang im Untergrund verstecken und schließlich in einer Munitionsfabrik arbeiten. Er erlebt die „Selektion“ in Auschwitz und wurde als „arbeitsfähig“ nach Vaihingen-Enz und schließlich nach Hessental gebracht, wo er auf dem Fliegerhorst arbeiten musste.

 

Der Zustand des  Lagers Hessental nennt er „grausam“, „es gibt nichts“ zu essen, Hunger, Kälte,  Läuse, Typhus und Ruhr  usw. „Die Leute arbeiteten sich zu Tode oder starben an Krankheiten.“ Mit offenen Wunden an den Füßen  muss er den „Todesmarsch“ nach Dachau antreten und erlebt  nach schrecklichen Leiden schließlich die Befreiung durch die amerikanischen Soldaten.

 

Es dauert noch bis zum September 1946, bis er in die USA fahren kann, wo er schließlich mit seiner Frau und 2 Kindern  lebt.  Seine Tochter Janice schreibt seine Lebensgeschichte auf und stellte sie der Initiative KZ-Gedenkstätte Hessental zur Verfügung.

 

Im April 2005 besucht er, anlässlich des 60. Jahrestages des Hessentaler Todesmarsches, zusammen mit seiner Tochter und 4 weiteren ehemaligen Häftlingen das erste Mal nach der Gefangenschaft Schwäbisch Hall. Eingeladen hatten die Initiative Gedenkstätte Hessental und die Stadt Schwäbisch Hall. Er war  sehr berührt von der Gedenkstätte und seiner Namenstafel auf dem Stelenfeld. Eine wichtige Ehrung war der Empfang bei Oberbürgermeister Pelgrim und der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Schwäbisch Hall.

 

Wir denken in tiefer Betroffenheit an die schreckliche Zeit, die Morris Friebaum  hier erlitten hat.